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Es waren zwischenzeitlich etwa zwei Tage terranischer Zeit vergangen, als sich die Hangartore der WEGA II öffneten und zwei Spacejets in den Raum hinausschossen, die den Auftrag erhalten hatten Licht ins Dunkel zu bringen. In einer der Spacejets saß ein verkrampft wirkender Nathan Hunt, der gerade die Geschwindigkeit drosselte, um nicht an seinem Ziel vorbeizusausen. Hunt sah bedächtig auf die vor ihm liegenden Kontrollen, während sich mehrere Wissenschaftler hinter ihm daran machten, die letzten Schaltungen vorzunehmen, die den Transponder betrafen. Auch an Bord der WEGA II wurden die letzen Feineinstellungen vorgenommen, als nach langem warten endlich von beiden Spacejets und von den Orterstationen die letzten Meldungen eintrafen, die das Vorhaben einleiteten. Es vergingen mehrere Stunden bangen Wartens, als die Messergebnisse eintrafen.
Wider allen Bedenken beeinflusste die Streustrahlung keine der Messungen, da sich diese nicht auf den ellipsenförmigen Gegenstand, der nach wie vor in etwa 500 km Entfernung im Raum schwebte, bezogen. Hunt wollte sich gerade erleichtert aus seinem Pilotensitz erheben, als eine Druckwelle eine der Heckfinnen traf und die Systeme der Spacejet fast überlasteten. Trotz der Andruckabsorber wurde er hart gegen eine der Bordwandungen geschleudert, wo er in einer Ecke zu liegen kam. Als er sich gerade seiner Lage bewusst geworden war, sah er durch das große Panoramafenster, das die Ellipse sich direkt vor dem Schiff befand und ihre Oberfäche in intensiven, rotem Licht erstrahlte. Es sah so aus, als ob auch die Außenhülle zu vibrieren schien, aber Nathan konnte in diesem Augenblick nichts mehr sehen, da er das Bewusstsein verloren hatte. Er wurde sich erst sehr viel später Bewusst, das er gerettet worden war. Gerettet von jemandem, der sich vor sehr langer Zeit in den weiten des Raumes verloren hatte, um die großen Zusammenhänge zu verstehen, die nicht nur eine einzelne Lebensform betrafen, sondern auch kosmische, umfassende Vorgänge in Gang setzte, die noch heute ihre Gültigkeit besaßen. Nach diesen Vorgängen befahl Rhodan umgehend der zweiten Spacejet nach Hunt Ausschau zu halten, die zusammen mit der Ellipse vor aller Augen in einem gleißendem, rotem Licht verschwunden war.
Nachdem einige Zeit verstrichen war kehrte die verbliebene Spacejet in den Hangar zurück. Die Besatzung meldete, das keinerlei Anzeichen dafür gefunden worden waren, wie und wohin Nathan Hunt und die Ellipse verschwunden waren. Es wurden an Bord der Wega II umfassende Untersuchungen über die möglichen Vorgänge eingeleitet, die allerdings vorerst ebenfalls zu keinerlei Ergebnissen führten. Aber an Bord der Wega II gab es auch gute Nachrichten. Wie man herausgefunden hatte, fingen die Hypertaster eine Impulswelle auf, die denen von Gehirnwellen ähnelten. Man konnte nun ausmachen, das es sich hierbei um eine Art der Telekinese handelte, über die insbesondere Gucky verfügte, mit dem man Spezialuntersuchungen angestellt hatte, um die Daten genauer zu vergleichen.
Man wusste nun, das es sich um eine künstlich verstärkte Psywelle handelte, die in der Lage war, sich beliebig auszubreiten, um so die Gesetzmäßigkeiten des Weltraumes auf den Kopf zu stellen. Es wurde entdeckt, das diese Wellen, die über eine enorme Kraft besaßen, den Raum nach dem eigenen Willen formen konnten, ähnlich einer Gummimasse. Wenig später wurde aufgrund dieser Angaben der Telepathor neu geeicht und fing auch wenige Stunden, nachdem die WEGA II einer gewaltigen Druckwelle nur knapp entronnen war die ersten Daten auf, die die erste ungefähre Richtung Angaben. Zu genau dieser Zeit trat die WEGA II in den Hyperraum ein, auf dem Weg zu einem Ziel, das sich in etwa 260 Lichtjahren Entfernung befand.
Das helle Leuchten wich langsam zurück als sich seine Augen langsam öffneten, um die Umgebung wahrzunehmen in der er sich derzeitig befand. Er konnte eine Liege ausmachen auf der er lag, die sich in einem grellweißem Raum befand, dessen Wände silbern schillerten und ein wenig durchsichtig für das Licht der Sterne waren. Er hörte dumpfe Schritte, die sich langsam auf ihn zu bewegten. Sein Puls wurde von Minute zu Minute unruhiger und Schweißperlen rannen an seiner Stirne nieder. Was hatte man mit ihm gemacht ? Was würde nun mit ihm passieren ? Er tastete nach seinem Thermostrahler, den er mit auf diese Mission genommen hatte, doch seine Hände griffen ins leere. Die Schritte hatte er hinter sich gehört, doch jetzt waren sie verstummt. Er versuchte den Kopf zu drehen, konnte es jedoch nicht. Ebenso spürte er, das er keine seiner Gliedmaßen bewegen konnte. Panik machte sich langsam in ihm breit, bis er eine kalte Hand auf seiner Stirn spürte, die ein gewisses gribbeln verursachte, das langsam durch seinen Körper schoss.
,, Hallo.´´ antwortete eine freundliche Stimme eines Mannes aus dem Hintergrund. Kurz darauf fühlte er, dass die starre ruckartig wieder nachließ. Er setzte sich langsam wieder auf und schaute nur wenige Sekunden später in das Gesicht eines vielleicht 37 jährigen, braunhaarigen, weißen Mannes, dessen freundliche Gesichtszüge eine Art Ruhe ausstrahlten, wie er sie selten kannte. Er konnte nicht fassen, das er da einen Menschen erblickte, von dem scheinbar keinerlei Gefahr ausging. W... Wer bist du ?`` erkundigte sich Nathan Hunt zitternd. ,, Du wirst mich nur aus den Geschichtsbüchern kennen.´´ erklärte er Nathan langsam. ,, Mein Name ist Ernst Ellert.´´ ,, Du....Du bist doch eigentlich ein Teil einer sogenannten Superintelligenz oder ?`` hakte Hunt nach. ,, Momentan nicht, da ich eine wichtige Mission zu erfüllen habe, die von höchster Dringlichkeit ist.´´ erläuterte Ernst sachlich. ,, Das ist auch der Grund warum mir ES diesen Körper mir nur für eine sehr begrenzte Zeit stellen kann, bevor er sich auflöst.´´
,,Ich.....verstehe.´´ brabbelte Nathan Hunt wie vom Blitz getroffen. ,, Ich musste dir wichtige Informationen über euren Gegner geben.´´ ,, Daher brauchte ich dein Schiff.´´ ,, Nur ein kleines Schiff ist in der Lage durch den Sperrring zu kommen, der euren Zielplaneten umgibt.´´ ,, Daher habe ich deine Bordpositronik mit den nötigen Daten gespeist und deine Systeme ein wenig verändert.´´ antwortete Ernst Ellert weiter. ,, Nun gehe bitte zu Perry Rhodan und berichte ihm alles.´´ ,, Ich kann leider nicht länger bleiben.´´ ,, Ich habe dich beobachtet und denke, dass du es schaffen wirst, Nathan.´´ sagte Ernst Ellert etwas leiser. In diesem Moment blendete Nathan Hunt ein rotes Licht. Als seine Augen sich wenige Minuten danach wieder öffneten, fand er sich hinter den Kontrollen der Spacejet wieder und steuerte diese in Richtung eines Planetensystems, dessen drei erloschene Sonnen um einen verdorrten Planeten, der etwa die größe der Erde aufwies, kreisten und dessen Atmosphäre mit schwarzen Wolken durchzogen war.
Es schien zu diesem Zeitpunkt so als ob alles nur innerhalb kürzester Zeit abgelaufen wäre. Als Nathan Hunt Kontakt zur WEGA II aufgenommen hatte, und Perry Rhodan seine Erkenntnisse bekannt gab, ordnete Rhodan an, das Hunt dementsprechend handeln solle und gab ihm ein paar weitere Instruktionen. Bald darauf raste die Spacejet von Nathan Hunt mit enormer Geschwindigkeit dem Planeten entgegen. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wahrnahm, war die Tatsache, dass in diesem Augenblick mehrere Systeme, die zu arbeiten anfingen, die die unsichtbaren, tödlichen Strahlen des hochenergetischen Sperrgürtels umlenkten, der offenbar von riesigen Aggregaten auf der Planetenoberfläche erzeugt wurde. Etwa zwanzig Minuten später landete er in einem Talkessel, der etwa zweihundert Kilometer südlich des Äquators lag und die Ausmaße von gut 90 Metern im Durchmesser hatte. Erleichtert stellte er nach seiner Landung fest, dass sich sein Thermostrahler wieder an seinem gewohnten Platz im Beinhalfter befand.
Langsam schloss er das Visier seines Helmes und überprüfte die Kontrollen seines Raumanzuges. Als er alles mit vollster Zufriedenheit überprüft hatte, öffnete er eine der Luken, die ins freie führten. Er bemerkte, das der Boden, auf dem er nun lief sehr sandig und trocken war, ja fast wüstenartig. Außerdem konnte er feststellen, dass bis an die Grenzen seines Gesichtsfeldes, keinerlei Vegetation vorzufinden war. Er wollte nicht weiter über die Umstände nachdenken, die das alles verursacht haben könnten. Er musste sich nun darauf konzentrieren, den Gegner so schnell wie möglich zu neutralisieren. Wenn er so darüber nachdachte, war dies hier sein erster Außeneinsatz. Wo mochte sich der Gegner verkriechen ? Was mochte er noch tun ? Er ging in Richtung Norden weiter, immer im Blick das Navigationsgerät, das auch den Zielort anzeigte, auf den er sich nun zu bewegte.
Er nahm das Gerät in die linke Hand während er mit der rechten den Thermostrahler zog und ihn vorsichtig entsicherte. Sein Weg führte ihn an zerklüfteten Berghängen vorbei, bis er außerhalb des Lichtkegels stehen blieb, der aus den Scheinwerfern der Spacejet kam. Er aktivierte die Lampen seines Anzuges und stellte nach etwa zwei Minuten fest, das die Scheinwerfer der Spacejet erloschen, da er sie vorher auf diese Zeit eingestellt hatte. Er schritt weiter voran, bis er zu einer Felsspalte kam, durch die er sich mühselig hindurchzwängte. Etwa fünfundvierzig Minuten später, als er die enge Schlucht verlassen hatte. Sah er in etwa zwei Kilometern Entfernung endlich sein Ziel. Es war ein Höhleneingang in etwa dreißig Metern Höhe, der sich in einer schroffen, dreckiggelben Felswand eingelassen befand. Als er sein Fernglas in die Hände nahm um besser sehen zu können, sah er einen weißen Strahl neben sich im Sand einschlagen. Geistesgegenwärtig ließ er das Fernglas fallen und suchte sich hinter einem Felsen Deckung. Er begann mit dem Visier seines Thermostrahlers systematisch die Umgebung in der Richtung abzusuchen, aus der der Strahl gekommen war.
Wenige Sekunden später konnte er eine Gestalt ausmachen, die sich seitlich des Eingangs, hinter einem Felsen, ebenfalls Deckung gesucht hatte. War es ein Scharfschütze ? Was war es ? Er musste enttäuscht feststellen, dass es nur sehr wenige Felsen in der Umgebung gab, die groß genug waren, um ihm Deckung zu bieten. Was sollte er tun ? Er drückte sich auch den Boden und aktivierte den Schirm seines Raumanzuges. Er hoffte, das dieser genügen würde, um ihn zu schützen, wenn er auf den Gegner zuflog. Seine Hände fanden den Schalter des Antigravitationssystems. Wieder traf dicht am Felsen ein Strahl das Gestein, als Nathan zum Angriff überging. Während er durch die Luft sauste fanden etwa drei Schüsse ihr Ziel. Zwei davon ließen Nathans Schutzschild zusammenbrechen und einer davon traf den Gegner Hunts mit tödlicher Präzision. Nathan sah nun den Körper der ihm fremden Kreatur.
Sie war etwa zwei Meter groß und hatte eine öliggraue, glatte Haut. Sie hatte zwei humanoide Arme und Beine. Allerdings war der Kopf ein ganz anderer Anblick. Da die Gestalt, die regungslos, aus dem Brustbereich qualmende Kreatur keinen Raumanzug trug konnte er das Gesicht recht gut erkennen. Es war eine Art zerrissener Schatten, aus dem zwei rot glimmernde Augen herausstachen. Es war kein Mund oder gar eine Nase, ja weder Ohren erkennbar. Auch besaß dieses Wesen augenscheinlich kein Blut. Nachdem Nathan sich einigermaßen gefasst hatte. Bewegte er sich langsam auf den Höhleneingang zu. Er konnte keinerlei Gefahr feststellen und so lief er etwa fünf Minuten einen langen Gang entlang, dessen Wände keinerlei Bearbeitungsspuren aufwiesen. Er hörte seine Schritte auf dem kalten Boden hallen, als er nach kurzer Zeit eine Tür ausmachte, die sich am Ende des Ganges befand.
Vor der Tür angekommen öffnete er diese langsam und betrat den Raum, den er vorher ausgeleuchtet hatte. Der Raum kam ihm eher wie eine Halle vor, da dieser eine Höhe von mindestens dreißig Metern aufwies. Nathan konnte ausmachen, das sich in der Mitte des Raumes eine Art Behälter in Kastenform befand, auf den er nun zuging. Plötzlich zuckte sein Körper unter einem stechenden Schmerz und er brach zusammen. Er konnte noch über sich gebeugt die Kreatur erkennen, die er vor fünf Minuten erschossen hatte und nun mit einem Gewehr auf ihn zielte. Plötzlich spürte er kalte Finger nach seinem Gehirn greifen, als grüne Leuchtfinger nach dem Körper des Wesens griffen, das sich kurze Zeit später vor ihm in seine molekularen Bestandteile zersetze. Nathan begriff, das irgendjemand einen Desintegrator abgefeuert hatte. Er nahm Schritte war, die von hinten kamen. Dann wurde er von unsichtbaren Händen emporgehoben und auf einem der Steine abgesetzt. Er spürte wie der Schmerz langsam nachließ und sah ein gleißend rotes Licht, das ihn umgab.
,, Perry ich konnte ihm nicht mehr helfen.´´ antworte Guck bestürzt. ,, Gucky du musst den Zünder einstellen, bitte beeile dich.´´ ,, Ist gut.´´ ,, Ich bin fertig Perry.´´ Etwas später materialisierte Guck in der Zentrale der WEGA II in der bereits alle Vorbereitungen für einen Notstart erfolgt waren. ,, Gucky wo ist Nathan ?`` ,, Ich konnte seine Leiche nicht mitnehmen, es wurde auf mich geschossen.´´ ,, Es waren etwa acht von diesen Monstren.´´ ,, Danke, Gucky.´´ sagte Perry Rhodan langsam und gab die letzten Befehle, die nötig waren. Einige Zeit später stellte sich aufgrund Guckys Aussage heraus, das die Raumformer, wie sie die jetzt neu entdeckte Spezies nannten, sich erst sehr spät auf dem Planeten angesiedelt hatten. Dies hatte sich unter anderem aus den Daten ergeben, die die WEGA II während Nathans Abwesenheit gesammelt hatte. Man hatte während Nathans Vorgehen Gucky losgeschickt um weitere Informationen zu erhalten. Dieser hatte bei seinem ,,Rundgang´´ bemerkt, das es sich um einen Stützpunkt handeln musste. Was auch von den von Ellert gelieferten Daten bestätigt wurde. Die Forschungsabteilung unter der vorübergehenden Leitung von Atlan musste mit Unglauben erkennen, das der Stützpunkt eine gewaltige, Im Berg versteckte Maschinerie beherbergte, die einzig dem Zweg diente, Gehirnwellen in gewaltigem Ausmaß zu verstärken. Rhodan hatte daher unter Abstimmung mit seinen Gefährten beschlossen den Planeten mittels einer Transformbombe zu sprengen. Es stellte sich erst später heraus, das dies einen weiteren Angriff auf die WEGA II verhindert hatte, die während Nathan Hunts Abwesenheit von einer Druckwelle erfasst worden war und schwere Strukturelle Schäden davongetragen hatte.
Zu dieser Zeit unterhielten sich zwei Personen auf dem Aussichtsdeck über die Vorkommnisse. ,, Perry glaubt du wir werden die Raumformer stellen können. ´´ ermittelte Reginald Bull. ,, Wir werden sie stellen Bully. ´´ ,, Wir haben es bis hierhin geschafft und werden auch weiter gehen.´´ antwortete Rhodan entschlossen. ,, Wir sind es auch Nathan schuldig.´´ ,, Wir werden unseren Weg im Kosmos finden. ´´ sprach Rhodan als die gewaltigen Maschinen der WEGA II mittels ihrer gewaltigen Energien ein Tor zu einem Raum öffneten, der sich in der Unendlichkeit verlor.